Wir sind um halb 5 Uhr morgens aufgestanden und haben uns von einem vorbestellten Taxi zum Flughafen in Peking fahren lassen. Von dort aus ging es nach Shanghai, wo wir 12 Std. Aufenthalt hatten und die Zeit nutzen wollten, um uns die Stadt anzuschauen. Der Plan war, mit dem Transrapid (Max.-Geschw.: 450 km/h) in die Stadt zu fahren und dann einfach drauf loszulatschen. Also ab in den Transrapid und los ging's. Wir hatten zunächst keinen Plan, wo die Endstation war, also ließen wir uns überraschen. Blöderweise hielt die Schwebebahn etwas außerhalb und wir beschlossen den Rest Richting "Shanghai World Financial Center" zu laufen. Das SWFC war ganz leicht in der Ferne im Smog zu erblicken. Los ging's, immer der Nase nach. Es waren schätzungsweise 40°C mit maximaler Luftfeuchtigkeit, wodurch uns schon nach den ersten paar 100 Metern die Brühe runterlief. Der Weg dorthin schien endlos zu sein. Wir liefen durch Stadtviertel, in denen man sich als Tourist lieber nicht aufhalten sollte. An jeder Straßenecke haben wir Bilder gemacht, um wieder zurück zu finden. Irgendwann sind wir allerdings so zielstrebig auf das SWFC zugelaufen, dass wir es total vergessen haben.
Nach 2,5 Std. Wandern waren wir endlich da. Für umgerechnet 15€ sind wir mit dem Aufzug ganz nach oben in den 100sten Stock auf 474m des 492m hohen Gebäudes gefahren. Die Aussicht war unglaublich cool, Wolkenkratzer soweit das Auge reicht! Man hat einfach kein Ende mehr gesehen, keinen Rand der Stadt. Frankfurt ist dagegen einfach nur ein lächerlicher Witz. Leider vermieste der Smog die Skyline ein wenig.
Wieder unten angekommen sind wir noch ein bisschen planlos durch die Gegend gelaufen und sind am "Oriental Pearl Tower" vorbeigekommen. Irgendwann wollten wir aber wieder zum Flughafen. Wir waren einfach nur noch kaputt und hatten auf nichts mehr Lust. Nur hatten wir ein Problem und das hieß "Rückweg". Wir hatten mehrere Möglichkeiten:
1) Bis zur Transrapid Endstation laufen und dann mit der Schwebebahn zum Flughafen fahren. Da bedeutete aber 2,5 Std. laufen ohne eine Ahnung, wie wir dort hinkommen.
2) Ein Taxi nehmen und zur Station fahren.
3) Ein Taxi nehmen und direkt zum Flughafen fahren.
Möglichkeit 1 war der absolute Notfallplan, den wir erstmal ausschlossen. Also versuchten wir Option 2, weil wir nochmal Transrapid fahren wollten. Nur das blöde war: Kein, aber auch wirklich überhaupt kein Taxifahrer konnte auch nur ein einziges Wort Englisch. Die meisten haben sogar nicht mal verstanden, dass wir sie gefragt haben, ob sie englisch sprechen. Das war sehr deprimierend. An dieser Stelle ein Aufruf an die chinesische Regierung: Ihr könnt wirklich tolle Wolkenkratzer bauen, aber bitte bitte bringt euren Taxifahrern und den folgenden Generationen Englisch bei. Es kann nämlich nicht sein, dass wegen diesem Missstand ein Tourist in der größten Finanzmetropole Asiens hilflos aufgeschmissen ist.
Nungut, irgendwann gaben wir es auf, zu fragen, ob jemand uns zur Transrapid-Station fahren könnte und entschieden uns für Option 3, da man das auch mit Händen und Füßen erklären konnte. Also haben wir mal wieder ein paar Taxi angehalten und simulierten mit den Händen und tollen Geräuschen mit dem Mund ein Flugzeug und gaben zu verstehen, dass wir zum "Pudong International Airport" wollten. Der zweite oder dritte Taxifahrer hatte es endlich geschnallt und wir waren unendlich froh!
Dann gibts auch nicht mehr so viel zu erzählen. Im Flughafen haben wir noch ein paar Std. gewartet und haben uns dann auf die 12stündige Reise begeben. Die meiste Zeit haben wir nur geschlafen, weil wir mal wieder Nacht simuliert bekommen haben. Es war zwar die ersten paar Std. dunkel, aber die Erde drehte sich schneller als wir flogen und wir sind sehr weit in den Norden geflogen, sodass uns der Tag einholte. Um ca. 7 Uhr morgens (MEZ, eine Std. Verspätung, wegen verspätetem Abflug) kamen wir dann in FFM an und waren recht fit. Den Jetleg hatten wir durch Schlafen direkt wärend dem Flug kompensiert. Um 9 Uhr waren wir dann endlich in Bingen, wo unsere Reise endete.
Zusammenfassend können wir sagen, dass wir ein Erlebnis hatten, das wir vermutlich nie wieder haben werden. Peking und überhaupt China ist eine Welt wie wir sie hier nicht gewohnt sind. Es ist aber auf jeden Fall zu empfehlen, sich das alles mal angeschaut zu haben. Momentan bin ich leider noch ein bisschen überfordert von den ganzen Eindrücken, weil alles so verdammt schnell ging. Vor 3 Wochen wusste ich noch garnicht, dass nach China fliege und jetzt sitze ich hier daheim und hatte eine Woche Eindrucksflut pur.
Alle Bilder der letzten beiden Tage gibt's wieder in der Bildergallerie.
Aktualisiert ( Freitag, 17. Juli 2009 um 15:29 )
Tag 6 (Lama-Tempel)
Dienstag, 14. Juli 2009 um 15:23
Heute haben wir erstmal schön ausgeschlafen und sind dann mit dem Taxi zum "Lama-Tempel" gefahren. In den Straßen davor gab es ungefähr 100 kleine Lädchen, in denen man Räucherstäbchen, Ketten und ähnlichen Krimskrams kaufen konnte. Als wir in dem Tempel waren, haben wir realisiert, wofür die Räucherstäbchen bzw. Räucherstäbe oder Räucherstöcke gut sind: nicht etwa für nen gemütlichen Abend; Nein, man wirft gleich ein ganzes Kilo Stäbchen in ein Feuer und betet vor dem Gequalme. Im Tempel gibt's übrigens die größte aus einem Stück Holz geschnitzte Figur, die es auf der Welt gibt (Guinnes-Welt-Rekord). Es ist eine Buddha-Statue, die 26 Meter hoch ist. Das Tempelgebäude, in dem die Figur steht wurde nachträglich drumherum gebaut. Leider gibt es keine Bilder davon, weil es nicht gestattet war, in den Räumlichkeiten des Tempels zu fotografieren, was wir auch geachtet haben. Anschließend haben wir noch ein paar Mitbringsel in den Straßen vor dem Tempel gekauft.
Gegen Abend ging's noch einmal was essen mit Liuyan und ihrem Mann. Wir waren in einem Restaurant, in dem Varieté-Künstler Shows abzogen...sehr cool!
Nun sind wir wieder im Hotel und gehen auch bald schlafen, da wir um halb 5 Uhr morgens aufstehen und um halb 6 Uhr mit dem Taxi zum Flughafen fahren. Um 8 Uhr fliegen wir dann nach Shanghai und haben dann dort noch 12 Std. Zeit, um ein bisschen durch die Stadt zu gehen. Außerdem müssen wir den Flughafen wechseln...das wird dann nochmal ein bisschen stressig, aber das schaffen wir, nach dem, was wir bisher gemeistert haben.
Also dann...ich melde mich in Deutschland wieder...bis dann...
Alle Bilder des Tages gibt's wie immer in der Gallerie.
Aktualisiert ( Freitag, 17. Juli 2009 um 15:11 )
Tag 5 (Fotosession)
Dienstag, 14. Juli 2009 um 05:24
Sooo, gestern haben wir einen Ausflug aufs Olympia-Gelände mit unseren 2 Models gemacht. Im "Vogelnest" hatten wir keine 2 Minuten Ruhe, denn so gut wie jeder wollte unbedingt ein Foto mit den Models Violetta und Danijel machen. Das Vogelnest sieht von außen riesig aus. Wenn man aber drin ist, wundert man sich, dass es so klein erscheint.
Wir fahren übrigens nur noch Taxi. Das ist hier sowas von billig. Ich glaube, wir könnten uns für billiger nach Deutschland fahren lassen, als wenn wir fliegen würden. Auf dem Rückweg in die Stadt hatten wir "Jack", den "english speaking taxi drirer". Nein, "drirer" ist kein Rechtschreibfehler. Er hat uns sein Karte gegeben und da steht's genauso drauf. Jack ist Chef einer ganzen Taxi-Flotte "mit Audis für die reichen Touristen und einem Kleinbus". Er sah richtig stolz aus, als er uns das erzählt hat. Wir sollen übrigens allen, die wir kennen und nach Pekung wollen, seine Karte geben. Er fährt euch dann alle überall hin, wo ihr wollt, und ganz speziell zur "Great Wall of China". :D
In der Stadt sind wir noch ein bisschen durch eine Fußgängerzone geschlendert und haben leckere chinesische Delikatessen gesehen. Bei uns gibt's Zuckerwatte, bei den Chinesen gibt's Made oder kleine Skorpion am Spieß (noch lebend versteht sich).
Gegen Abend haben wir dann mal versucht, alleine ohne chinesischen Dolmetscher chinesisches Essen zu bestellen. Das hat dann auch irgendwie geklappt und war sehr lecker, aber unendlich scharf! Michel, du hättest deinen Spaß mit dem Essen gehabt.
Als wir dann mit Händen und Füßen geklärt haben, wo es denn hier in Peking coole Clubs und Bars gibt, hat man uns einen super Tip gegeben. Wir sind dort wieder mit dem Taxi hingefahren und fanden ein langes Gässchen an einem See vor, in dem ein Club an dem anderen war. Wir haben dann mal ein paar chillige Locations abgeklappert. Die Preise sind zwar nicht ganz billig und wir vermuten, dass es für Touristen eine extra Karte mit doppeltem Preis gibt. Es gab gute Live-Musik und die Barkeeper haben krasse Tricks mit ihren Flaschen und Coctail-Shakern performt. Ich ärgere mich so, dass ich da meine Würfel nicht dabei hatte. Das wäre sau gut gekommen. Leider haben alle Bars um 2 Uhr zugemacht, da es Wochentag ist. Noja...wir sind dann noch ins Hotel aufs Zimmer und haben noch ein bisschen weitergefeiert.
Der erste Teil des Tages heute war übelst krass. Wir sind in aller Herrgottsfrühe aufgestanden und wurden von dem absolut coolen Busfahrer unseres kleinen Busses zur "verbotenen Stadt" gefahren. Das Gelände ist wahnsinnig groß und unglaublich pompös. Der Anblick war sehr sehr beeindruckend. In den riesigen Höfen haben wir zwischen Menschenmengen ein paar Dicestacking-Moves gedreht und dabei auch unsere beiden Models Daniel und Violetta als Assistenten mit einbezogen.
Anschließend sind wir in einem Restaurant nahe eines riesigen Flohmarktes essen gegangen. Dort gabs u.a. auch Schlangen und weiteres gruseliges Gedöhns. Wir blieben allerdings bei weniger ekelerregenden Speisen. Danach haben wir uns ein paar Std. den Flohmarkt angeschaut. Dort gab's im Grunde nur unnützen Ramsch, den man nach 2 Wochen eh wieder wegwerfen würde. Aber lustig ist das Verhandeln über den Preis. Violetta hat sich ein Gewand gekauft und es ein bisschen beim Handeln verkackt. Benni und ich hingegen haben uns nicht zu einem Kauf von komischem Krimskrams verleiten lassen.
Zwischendurch habe ich eine Dicestacking-Session abgezogen und hatte glücklicherweise einen kleinen Tisch gefunden. Und dann ging's los:
Im Gegensatz zu den vorherigen Sessions konnte ich Tricks auf einem Tisch performen und ein bisschen aufdrehen, was die Tricks angeht. Langsam bildete sich ein Kreis Menschen um mich, der dann recht schnell stark anwuchs. Es war so geil...die Leute waren total begeistert. Irgendwann kamen auf einmal lauter Polizisten an und ich dachte: "Scheiße, jetzt bekommste mal krass Ärger, weil du hier unangemeldet ne Show auf der Straße abziehst." Nixda, die Polizisten fanden es total toll und einer wollte selbst mal dicen...ein unglaublich lustiges Erlebnis. Als ich dann aufgehört habe, wollten die Leute einfach nicht mehr gehen.
Das ganze Spektakel haben wir natürlich auf Video in zwei Perspektiven. Wenn ich wieder daheim bin, gibt's ein geiles China-Dicestacking-Video.
So, und warum "Tag des himmlischen Kotzens"? Naja, wir haben vorhin gechillt vor nem Supermarkt gehockt und ein Bierchen gezischt, als plötzlich ein Mann aus dem Supermarkt gestürmt kam, die Treppe runterstolperte und uns schön vor die Füße kotzte. Daniel hat fast selbst das Kotzen bekommen. Kurz zuvor hatte uns schon ein kleiner Junge vor die Füße gepinkelt, was wohl die Normalität ist, denn niemand hat sich drum geschert. Im Übrigen sind die Chinesen etwas schmuddelig und rotzen ständig überall hin. Aber man gewöhnt sich dran.
Auf der Fahrt zum Hotel haben wir wieder jemanden kotzen gesehen, allerdings bei voller Fahrt aus dem Auto. :D Irgendwas ist heute los.
Eben waren Benni und ich auf dem "Platz des himmlischen Friedens" (Tiananmen-Platz). Dort haben wir ein paar chinesische Studenten in unserem Alter getroffen. Zunächst waren wir skeptisch, dass es sich um eine linke Abzockerbande handelte. Aber im Gespräch wurden dann alle Zweifel beseitigt. Wir haben erzählt, warum wir da sind und was wir hier machen. Daraufhin haben wir mit ihnen ein bisschen gediced. Sie wollten uns auf ein Bierchen einladen, aber wir hatten andere Pläne und wollte noch ein bisschen über den unglaublich riesigen Platz. Dummerweise hat es angefangen zu regnen und wir mussten uns unterstellen. (Mist! Wären wir lieber mit denen mitgegangen.) Als es dann aufgehört hat sind wir Richtung "Tor des himmlischen Friedens" gelaufen und haben gesehen dass dort irgendeine Parade bald beginnt. Also haben wir gewartet, bis sie anfing. Irgendwie waren wir unter ein paar Tausend Leuten die einzigen Ausländer und die Leute haben uns wie Affen im Zoo angeguckt. Es war zu niedlich! Auch dort haben wir einen Studenten mit seinem kleinen Bruder getroffen. Es scheint, dass hier nur Studenten der englischen Sprache mächtig sind und man sich mit dem Rest der Bevölkerung nur mit Händen und Füßen verständigen kann. An dieser Stelle sei einmal gesagt, dass so gut wie alle Chinesen, mit denen wir uns unterhalten haben oder irgendwie sonst mit Zeichensprache kommuniziert haben, überaus freundlich und hilfsbereit sind. Es ist immer wahnsinnig niedlich, wenn Leute sich zu uns stellen und sich mit uns fotografieren wollen, weil wir ja so ungewöhnlich blonde Europäer sind.
Dann ging die Parade los. Diese bestand eigentlich nur aus einem Einmarschieren einer kleinen Armee von Soldaten und dem Flagge einholen.
Dann sind wir wieder mit dem Taxi zurück ins Hotel, wo wir jetzt auf die anderen warten, die noch im Studio sind. Danach wollen wir was essen gehen und später vielleicht mal gucken, wo man hier gut was trinken kann.
Feststellung: Taxifahrer sind die Götter der Straße! Man kommt für 2€ überall in der Stadt hin. Es gibt keine Verkehrsregeln, es gibt nur "durchkommen, egal wie". Das funktioniert erstaunlich gut...sollte man in Deutschland auch einführen.
Also dann....bis später...
Aktualisiert ( Freitag, 17. Juli 2009 um 15:13 )
Tag 3 (Chinesische Mauer)
Samstag, 11. Juli 2009 um 14:19
Hallo zusammen!
Heute haben wir einen Ausflug zur chinesischen Mauer gemacht. Da ein Teil dieser gerade mal 80 km weit von Peking entfernt ist, kamen wir recht schnell hin. Wir sind mit einem kleinen Busschen, dessen Fahrer wohl bestens im chinesischen Verkehrsstraßenkampf ausgebildet ist, dort hingefahren. Begleitet haben uns zusätzlich zu den unten erwähnten üblichen Verdächtigen noch zwei Models (männl. und weibl.), die bei einem "Wanna challenge"-Wettbewerb für "New Yorker" gewonnen haben. Der Preis ist eine weltweite Werbekampagne incl. einem einwöchigen Peking-Aufenthalt.
Auf der Fahrt haben wir festgestellt, dass es hier in China Spielplätze für Erwachsene gibt. Sowas gibts an jeder Ecke und sie werden auch gut genutzt...so eine Art "Trimmdich-Platz" in der Stadt.
An der Mauer angekommen kam der typische Touri-Schock. Touristen, soweit das Auge reicht. Naja, war klar, also los gings. Wir haben einen Abschnitt der Mauer bezwungen, der wahnsinnig steil auf einen Berg führte, was allerdings nicht wenig Qualen mit sich brachte, da der Smog von Peking locker bis dort hin reichte. Auf dem Weg haben ein paar coole Dicestacking-Moves gedreht. Je höher man den Berg hinaufstieg, desto leerer und angenehmer wurde es logischerweise.
Anschließend sind wir noch essen gewesen und wollten noch die "verbotenen Stadt" besuchen. Allerdings wurde die schon um 16:00 Uhr dicht gemacht, sodass wir uns nur in der "Vorstadt" der "verbotenen Stadt" und dem "Platz des himmlischen Friedens" tummeln konnten. Dafür gehts morgen in die "verbotene Stadt".
Abends gings dann weiter in ein Restaurant Peking-Ente essen, was sehr sehr lecker war.
Ich will aber nicht viele Worte über den Tag verlieren...schaut euch einfach die Bilder an, die ich am späteren Abend hochladen werde. Jetzt gehts erstmal gediegen was trinken...